|

Paris, 10.07.2011
Am 8 Juli brach Familie Mahn zu einem Event nach Paris auf. Auf dem Plan stand ein Triathlon in der Französischen Hauptstadt. Ohne die Frauen scheint es bei uns Triathleten ja nicht zu gehen, da unsere besseren Hälften schon aus dem Grunde mitmüssen, damit wir Jemanden haben, bei dem wir uns ausweinen können, wenn mal wieder die Strecke doof war, der Rücken wehtut oder die anderen mal besser waren etc..
Endlich in Paris angekommen, wurden erst einmal alle Sehenswürdigkeiten besichtigt. Bei dem Triathlon handelte es sich um eine olympische Distanz mit Windschattenfreigabe. Die Wechselzone befand sich unmittelbar neben dem Eiffelturm. Unvorstellbar, dass hier ein Triathlon genehmigt wurde, obwohl täglich Zehntausende von Menschen diese Sehenswürdigkeiten ansehen wollen und die Sicherheitsvorkehrungen hier auch sonst schon sehr hoch sind.
Auch preislich ein sehr interessanter Triathlon. Für 70 Euro Startgeld erhielt man adidas Funktionsshirt, sowie die Erlaubnis, an einem wirklich ganz besonderen Ort zu starten. Es sollten ca. 3000 Teilnehmer an dieser Veranstaltung teilnehmen.( Dieses Jahr sollen es 4500 Starter sein) Es wurde in 2 Wellen a 1500 Personen im Wasser gestartet.
Am Samstag bei der Radabgabe tauchten allerdings die ersten Probleme auf. Man sollte darauf achten, dass das eigene Fahrzeug die Höhe von 1,90m nicht überschreitet, da weit und breit kein Parkhaus zu finden war, welches einer Höhe von 2,10m entsprach.
Da es sich um ein Windschattenrennen handelte, gab es bestimmte Auflagen, die man vorher auf Englisch nachlesen konnte. Die Laufräder "sollten" mindestens 12 Speichen haben. Leider war ich mit Xentis-Laufrädern angereist, welche nur 4 Speichen haben.
Trotz Bitten und Betteln ließen sich die französischen Kampfrichter nicht erweichen. Sie gaben uns Tipps, wo man Laufräder mieten konnte, die aber leider bereits alle mit anderen Fahrern unterwegs waren.
Nun wurde die Zeit für die endgültige Abgabe eng. Netterweise hatte ein Kampfrichter namens Remis Mitleid und brachte mir am nächsten Tag die Laufräder seiner Frau mit. Am Morgen des Wettkampfes musste ich die Laufräder wechseln und durfte erst dann meinen Platz beziehen.

Erst etwas sauer, dass ich nun ohne Ersatzschlauch und Tacho ins Rennen gehen musste, aber dennoch sehr froh, dass jemand so freundlich war, einem wildfremden Ausländer zu helfen. Wir haben später, auch im Sinne der Deutsch-Französischen Freundschaft, Remis ein kleines Dankeschön überreicht. Nach dieser ganzen Aufregung ging es nun zum 2 km entfernten Wasserstart. Alle marschierten auf Socken oder in alten Schuhen dem Wasserstart entgegen.

Dort angekommen türmte sich ein Berg aus Schuhen vor uns auf. Ein Paradies für Schuhfreaks. Nachdem wir dann unsere sexy textilen Badekappen übergestülpt hatten ging es ab ins Wasser. Dort angekommen, war das Startsignal auf der rechten Seite der Seine leider nicht zu hören. Mit minimaler Verzögerung ging es nun auch für uns langsamere Schwimmer in Richtung Ausstieg. In der Hoffnung, etwas von der Strömung getragen zu werden, machten wir uns auf in Richtung Ziel.
Wenn jemand oder etwas überholte, wusste man nicht ob es ein Überbleibsel aus vergangener Zeit oder doch ein Triathlon-Artgenosse war. Endlich am Ausstieg angekommen, ging es unter die Dusche (warum eigentlich nach dem Schwimmen in der sauberen Seine?)
Die Wechselzone war ähnlich lang wie beim Triathlon in Hamburg. Das Windschattenrennen war sehr interessant. Hier konnte man mit Erlaubnis im Windschatten des Vordermannes fahren, was so mancher Vereinskollege schon seit Jahren unerlaubterweise praktiziert.
Das Radrennen fand in einem riesigen Park statt, in welchem am Vorabend noch Geld mit käuflicher Liebe verdient wurde. An diesem Sonntag mussten die durchweg leicht bekleideten Damen früher Feierabend machen, da die Triathleten in diesem Bereich ihre Radrennen abhalten wollten. Vereinzelt stand noch die ein oder andere Dame am Straßenrand, entweder aus rein sportlichem Interesse oder in der Hoffnung, einen dieser sportlichen Herren für sich zu begeistern. Leider wussten die liebestollen Damen nicht, dass es sich hier um Triathleten und nicht um Teilnehmer der Tour de France handelte. Wie jede Insiderin weiß, sind Triathleten zumeist sehr erschöpft von der letzten harten Einheit, sind chronisch übermüdet oder einfach pleite, weil sie ihr letztes Erspartes in ihr neues Rennrad gesteckt haben.
Die Radstrecke hatte es in sich. Ca. 20 180° Kehren sowie diverse 90° Kurven machten den Kurs sehr anspruchsvoll und gefährlich. Wieder am Eiffelturm angekommen, machten wir uns auf die 10 km lange Laufstrecke. Bevor man das Ziel erreichte, war die Laufstrecke 2 mal zu durchlaufen, welche mit 2 Steigungen gespickt war. Das Wasser an der ersten Verpflegungsstation kam geschmacklich dem des Wassers der Seine derartig nahe, dass ich dieses in der zweiten Runde dankend ablehnen musste.

Alles in Allem ein schöner. preislich fairer und nicht zuletzt der Location wegen ein toller, empfehlenswerter Wettkampf.
Ein Video über den allgemeinen Eindruck ist auf Facebook zu sehen.
Facebook, Triathlon Paris, Video, 1. Bericht Länge 5,08 min. |